Ubuntu-Server-Installation über Netzwerk per GRUB (ohne CD, ohne Floppy)

Für eine Linux-Installation gibt ca. 1001 Möglichkeiten: CD, DVD, Floppy, USB-Stick, … Wie aber installiert man ein aktuelles LTS-Ubuntu Hardy Heron 8.04 (Server-Edition, Technical Specs) auf einem Rechner, der weder ein CD-Laufwerk besitzt noch von USB booten will? Auf Floppy-Jokey hatte ich keine Lust. Glücklicherweise hatte ich auf dem System noch ein altgedientes openSuSE 10.2 am laufen. Dessen GRUB konnte ich bequem (booting the Ubuntu-Installer from Linux Using LILO or GRUB) die Initial-RAM-Disk sowie Kernel des Ubuntu-Installers unterjubeln.

GRUB opensuse 10.2 boots Ubuntu Hardy

Einfach die entsprechenden Zeilen unter dem noch laufenden “alten” Linux in die menu.lst eingetragen und die beiden Dateien entsprechend in /boot/ abgelegt. Beim nächsten Neustart zeigt GRUB den Installation-Kernel an, und bootet diesen problemlos. Netzwerk wurde erkannt, und die Installation per Internet lief bequem durch. Weiterer Vorteil: Sämtliche Updates nach der Installation fallen weg, da man sich direkt aus den aktuellen Repositories bedient hat. Soweit zur Desktop-Edition, aber …

wie installiere ich die Server-Edition?

Wenn man die Server-Edition von Ubuntu installieren will, liegt das daran, dass man kein GUI braucht (und sich dafür auch die Updates sparen will), den Server-Kernel will und lieber 5 anstatt nur 3 Jahre Updates will. Wichtig ist hier zu wissen, dass Ubuntu für Desktop- und Server-Edition ein und dasselbe Repository verwendet. Lediglich die Paket mit Server-Charakter (MySQL, Apache,….) bekommen Sicherheitsupdates für 5 Jahre. Für alle anderen (KDE, Gnome, OpenOffice.org, …) ist nach 3 Jahren Schluss. Mit der oben beschriebenen Methode bekommt man aber ausschließlich die Desktop-Edition installiert. (Natürlich kann man auch die Desktop-Edition problemlos als Server laufen lassen. Ich wollte lediglich den Server, um weniger Platz auf der HD zu verschwenden, da sowieso kein Oberfläche genutzt wird.) Was unterscheidet Server- von Desktop-Edition? Ein Blick auf die Installation-Medien (CDs) offenbart ein /preseed/ Verzeichnis. Darin ist hinterlegt, welche Auswahl an Paketen installiert werden soll (Using preseeding), und das kann man dem Installations-Kernel mitteilen. So auch, dass er die Server-Edition installieren soll. Auf meinem webspace hab ich dann kurz eine Datei von der Server-CD aus /preseed/ (preseed.txt) mit folgendem Inhalt abgelegt:

# Always install the server kernel.
d-i base-installer/kernel/override-image string linux-server
# Only install basic language packs.
d-i pkgsel/language-pack-patterns string
# No language support packages.
d-i pkgsel/install-language-support boolean false
# Only ask the UTC question if there are other operating systems installed.
d-i clock-setup/utc-auto boolean true

… und dem Kernel mitgeteilt, wo er diese findet, indem dem folgender Parameter in GRUB hinzugefügt werden muss:

preseed/url=http://myHost.de/pfad/preseed.txt

Die Preseed-Datei kann aber auch wo anders liegen (loading the preconfiguration file). Damit wird von Anfang an der Server-Kernel installiert und auf die Installation von Grafischer Oberfläche verzichtet. Man erhält ein leichtgewichtiges Ubuntu ohne grafischen “Ballast”, was sich gerade auf betagter Hardware bemerkbar macht. An Updates fallen jetzt nur diejenigen für die aktuell installierten Server-Pakete (PHP, MySQL, etc…) an.

Server-Kernel nachinstallieren

Da, wie bereits weiter oben erwähnt, Desktop und Server aus den gleichen Repos leben, kann man den Serverkernel auch einfach nachinstallieren:

sudo apt-get install linux-server

Dadurch bekommt man aber die ganzen grafischen Sachen nicht los. Lieber von Anfang an sauber installieren. (Der Desktop-Kernel ist das Meta-Paket linux-generic.)

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