Vergleich von Musik-Dateiformaten/-Kompressionsverfahren

Audiophile Menschen meinen den Unterschied zwischen parallelen und geflochtenen Lautsprecherlitzen zu hören. Ja, es sei sogar wichtig, ob nun der Netzstecker so oder anders herum in die Dose gesteckt wird. Hmmm, Physik, 10. Klasse, Elektrizitätslehre, Thema: Wechselstrom, alles klar.
Jedoch werden ähnliche Glaubensfragen auch rund um verlustbehaftete digitale Musikformate (mp3, ogg, aac, wma, …) geführt. Für den gesunden Menschen-/Verbraucherverstand fallen schon mal jegliche Formate weg, die den Musikkäufer mit DRM knebeln: wma, aac, … Übrig bleiben: mp3, ogg, … Davon sollen nur die übrig bleiben, die den Hörer nicht in Lizenzschwierigkeiten bringen: ogg. Da der Quasi-Standard mp3 allerdings nicht mehr wegzudenken ist, muss man diese Format jedoch immer mit berücksichtigen. Die Probleme mit mp3, die vielen nicht bekannt sind, zeigt das Beispiel OpenMoko auf.
Es ist mal wieder so, dass sich im Wettlauf der Formate (noch) nicht das beste durchgesetzt hat. OggVorbis kling bei gleichem Platzverbrauch (Bit-Rate) wesentlich besser als MP3. Leider ist (noch) nicht so weit verbreitet.

128er MP3s gibt es nicht mehr

Vielen hat sich im Zusammenhang mit mp3-Dateien die Bitrate von 128kBit/s eingeprägt, schließlich war es auch einige Jahre so (1998-2001). Dann kamen langsam die 160-192er. Wohl gemerkt alles bei konstanter Bitrate. Durch den Vorreiter OggVorbis, der ausschließlich mit variabler Bitrate arbeitet, wurden die VBRs auch bei mp3s immer populärer. Nicht zuletzt durch die guten Kodierungsergebnisse mit dem MP3-Encoder LAME. Heutzutage gibt man anstelle von Bitraten nur noch Qualitäts-Niveaus an.

Wie vergleicht man Musikformate?

Einfluss auf die Qualität eines komprimierten Musikstückes haben:

  • das Format: mp3, ogg
  • das Qualitätsniveau
  • das Kodierungsprogramm
  • das Dekodierungsprogramm

Wer also irgendeinen daher gelaufenen Kodierer nutzt, kann wesentlich schlechter klingende Audiodateien erhalten. Genauso wichtig ist aber das Programm, dass aus den komprimierten Dateien wieder einen unkomprimierten Audiostream erstellt, der dann an die Soundkarte geschickt wird bzw. auf Audio-CD gebrannt wird. Ein tragbarer MP3-Player kann also durchaus schlecht klingen. Allein, weil er die MP3s nicht richtig dekodiert.

Was sind die besten Einstellungen für meinen Kodierer?

Zu allererst sollte man zum besten Kodierer für das jeweilige Format greifen. Für MP3s ist das der LAME. Bei OggVorbis sind das die VorbisTools (”oggenc” zum kodieren, “oggdec” zum erstellen von WAVs). Sowohl für LAME als auch oggenc/dec gibt es GUIs / Frontends, die es auch dem Konsolenvermeider ermöglichen hochwertige Audiodateien zu erstellen. Die Empfehlungen für welchen Zweck (Hörbuch, für unterwegs, Archivierung, …) man welche Parameter für LAME verwenden soll, findet man in der Wissensdatenbank von HydrogenAudio. Bei OggVorbis sollte man schon gut klingende Musik erhalten, wenn man keine weiteren Parameter übergibt. Zum Thema der Dateinamen und Organisation, kann man z.B. den Überstandard zu Rate ziehen.

Software

LAME und die VorbisTools können bequem über den Paketverwalter Deiner Linux-Distribution installiert werden. Kodiert werden kann in Konsole, wenn man genau wissen will, was vor sich geht. Ansonsten reicht es eine Audio-CD einzulegen. Die Musikverwalter Rhythmbox, Banshee und Ripper wie der Sound-Juicer machen das Auslesen und Kodieren von Audio-CDs zum Kinderspiel. Mehr Programme zum “Rippen” gibt es hier.

weitere Literatur / Vergleichstests von Audio-Formaten

Es ist zu beachten, dass diese Artikel teilweise schon sehr alt sind. Die Formate haben sich in den letzten Jahren alle um einiges gebessert. Interessant ist, dass es selbst vor Jahren für Tester schwer war Unterschiede zwischen hochqualitativen MP3s und Audio-CDs zu hören. Formate, in denen man seine Musiksammlung nicht archivieren möchte (AAC, WMA, …) sollte man bei den Tests von vorn herein “ausblenden”.

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