Mit Cygwin’s SSH eine X-session auf Windows holen
Sehr bequem und praktisch ist die Möglichkeit unter Linux, sich von einem anderen Rechner mit SSH einzuloggen. Setzt man dann noch die entsprechenden Schalter, kann man sogar Programme auf dem entfernten Rechner starten. Das Programm wird dann auf dem entfernten Rechner ausgeführt, aber die Grafik-Ausgabe, also die Anzeige, erscheint auf dem lokalen Rechner. In der Shell würde
ssh -X hansotto@remotehost.com
den Nutzer “hansotto” auf dem Rechner “remotehost.com” einloggen und dabei einen Tunnel für X bauen. Anschließen kann man z.B. den Firefox starten:
firefox &
Das “&” sorgt dafür, dass man weiterhin auf der Konsole tippen kann während Firefox läuft.
So weit so gut. Von Linux zu Linux oder BSD oder OpenSolaris oder was auch immer läuft das wunderbar. Was aber, wenn Du an einem Windows-Rechner sitzt und auf einen entfernten Linux-Rechner zugreifen willst?
Von Windows zu Linux
Sicher, es gibt diverse kostenpflichtige Lösungen zum Öffnen von X-Sessions auf einer Windows-Maschine. Mit Cygwin, einer Linux-Umgebung für Windows, geht es kostenlos:
- Cygwin von cygwin.com runterladen.
- Cygwin installieren. Hier bei darauf achten, das die Pakete “xterm” und “OpenSSH” installiert werden. Um Auflösung der Abhängigkeiten kümmert sich der Installer automatisch, und installiert benötigte Programme mit.
- Cygwin startet anfangs in mit einer BASH. Versucht man hier sich ein xterm zu öffnen, scheitert dies mit:
xterm Xt error: Can't open display:
xterm: DISPLAY is not setNachlesen im Netz bringt diverse Vorschläge doch die Umgebungsvariable DISPLAY richtig zu setzen. Dennoch mag xterm nicht starten. Einfach Lösung: X starten mit
startxDabei werden die entsprechenden Variablen automatisch gesetzt und ein X-Terminal geöffnet.
- Hier kann man dann mit
ssh -X hansotto@remotehost.comseinen Tunnel aufbauen wie unter Linux. In einigen Fällen kann der zusätzliche Schalter “-C” (Compression) für mehr Datendurchsatz sorgen.