MP3 Player, die ich nicht kaufen würde

Defective by DesignMP3 Player gehen in den Geschäften weg wie warme Semmeln. Es gibt sie von extrem billig bis hin zum Edelmodell. Aber gerade bei den vermeindlichen Markenprodukten gibt es ein Manko, dass diese Player komplett für den Gebrauch disqualifiziert: DRM. Ich vertrete die Meinung, dass DRM eine Funktionseinschränkung darstellt. Zum Einstieg eine Anekdote. Fritzchen geht ins Geschäft, will sich einen MP3 Player kaufen. Weil alle seine Freunde vom iPod reden und er selbst einen Hang zu Toilettenporzelanoptik hat, kauft er sich einen iPod. Zuhause angekommen stellt er fest, dass er den Player per Drag & Drop mit Dateien bespielen kann. Aber nur Musikdateien, die über die iTunes Software aufgespielt wurden, lassen sich auch abspielen. Mit dem so mit Musik betankten iPod besucht Fritzchen den Klaus. Aber die Musikstücke lassen sich nicht vom Player auf Klaus PC kopieren, obwohl Fritzchen seine MP3s von seinen eigenen Musik-CDs erstellt hatte. Es handelte sich hierbei also nicht um Stücke, die von Haus aus mit DRM verschnürt sind. Ohne iPod wäre Fritzchen das nicht passiert. Über DRM geschützte Musik will ich gar nicht erst nachdenken.

Welche Player mit DRM arbeiten…
… und sich deshalb nicht betriebssystemunabhängig als USB Massenspeicher einbinden lassen: iPod, Creative ZEN und Zune. Die Free Software Foundation setzt sich mit der Kampagne Defective by Design gegen Player mit DRM ein. Diese Player haben von Haus aus ein riesiges Problem, weil sie dem Kunden vorschreiben, was er mit seiner Musik tun und lassen kann. Aber hier ist der Hersteller die falsche Adresse. Man kann ja genauso wenig zu einem Autohersteller gehen und gegen den hohen Spritverbrauch seiner Wagen demonstrieren. Der Kunde hat die freie Wahl! Er kauft sich einfach einen Wagen bzw. Player einer anderen Firma. Den Rest regelt der Markt… Eigentlich. Denn viele der Kunden wissen gar nicht auf was sie sich einlassen. Deshalb denkt das britische Parlament jetzt über eine explizite Kennzeichnung solcher funktionsgeminderter Produkte nach. Es wäre also viel besser den Ottonormalverbraucher besser über die derartige Fußangeln aufzuklären.
Genauso wenig kann ich es verstehen, wenn sich Leute auf Biegen und Brechen einen Player mit DRM Gefängnis kaufen und dann nachher mit zig Zusatzsoftware (ephPod, hymn project) diesem Mangel zu Leibe rücken.

Gute Player ohne DRM…
… gibt es von fast allen anderen Herstellern. Zu nennen sind hier iRiver, Cowon, Philips, Samsung, Trekstor und Maxfield. Ich selbst habe den iRiver H140. Natürlich können diese Player auch mit DRM geschützten Ihnhalten umgehen, wenn man es denn unbedingt über sich ergehen lassen will Musik zu kaufen, die so verhunzt wurde.


Defective by Design

iPod’s dirty secret
Die ersten iPods hatten ein gewaltiges Problem. Der Akku war nach geraumer Zeit kaputt (1,5 Jahre) und konnte nur gegen einen horenten Betrag bei Apple selbst repariert werden. Das hat Kunden so verärgert, dass sie die Kampagne iPod’s dirty secret (nettes Video) ins Leben riefen. Nur gut, dass CNET mit Replace your first- or second-gen iPod’s battery eine Schritt für Schritt Anleitung zum eigenhändigen Wechseln des Akkus präsentierten. (Garantieanspruch beachten!)

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